Seit einem Jahr pflege ich eine neue Angewohnheit: Mein Kartoffel-und mein Nudelwasser werden nicht mehr weggeschüttet, sondern dienen als Gießwasser für den Spalierapfelbaum, der ein bisschen dahinsiechte.
Ein Vortrag der Permakulturgärtnerin Ulrike Windsperger hat mich darauf gebracht. Aus den gekochten Kartoffeln und Nudeln werden Mineralien und Nährstoffe herausgelöst, wie Kalium, Phosphor, Magnesium, Kalzium und Zink. Viel zu schade fürs Abwasser, denn die Stoffe sollen einen Baum immuner gegen Umweltstress machen, habe ich mich belehren lassen.
Unter irgendeinem Stress leidet mein armer Spalierapfelbaum. Er treibt Blüten aus, die sich zunächst in Früchte verwandeln, bis er dann Blattläuse und Ameisen anzieht. Als Naturgärtnerin versuche ich das natürlich ohne giftige Spritzmittel in den Griff zu bekommen. Die Behausung für Marienkäfer, die ich aufgestellt hatte, blieb leer. Nun also gekochtes Kartoffel- und Nudelwasser.
Und tatsächlich: Im letzten Jahr ging es ihm deutlich besser! Ich bleibe dran. Zudem erhalten auch meine Rosentöpfe diese Kur.
Übrigens soll Eierwasser gut für Schnittlauch sein.
Wichtig nur: Erst nach dem Kochen salzen. Denn Salzwasser ist Gift für die Pflanzen und würde die ganzen Bemühungen wieder zunichte machen.
Text: Dr. Beatrice Wagner
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de