Hm, lecker, momentan herrscht schönste Erdbeerzeit. Überhaupt der Sommer mit seinen Beeren und Tomaten: einfach verführerisch. Der Herbst dann aber auch mit seinen Kürbissen, Äpfeln, Nüssen und Esskastanien. Und selbst im Winter gibt es von der Natur noch feine Sachen: Kohl aller Arten, sowie Chicorée, Feldsalat, Lagergemüse wie Kartoffeln und Rote Beete. Zum Winterende steigt dann die Freude auf das erste frische Gemüse im Frühling: Bärlauch und Spargel. Alles nachzulesen im bayerischen Saisonkalender, Link siehe unten.
Saisonal zu essen ist das eine. Immer das zu essen, worauf man gerade Lust hat, ist das andere. Ich schreibe hier jetzt mal ein Plädoyer fürs saisonale Essen, auch wenn es zunächst nach Einschränkung klingt. Naja, das zu essen, was gerade in unserer Region Hochsaison hat und nicht importiert werden muss, ist etwas aus der Mode geraten.
Dabei hat es Vorteile. Da sind einmal die bekannten Umweltvorteile wie kurze Transportwege und Energiesparen. Es kommt hinzu, dass die regionalen Bauern und Landwirtschaften gefördert werden, was sinnvoll ist, da sie es sind, die uns im Notfall ernähren, wenn die Globalisierung zusammenbricht (Stichwort Straße von Hormus).
Und dann ist saisonales Essen zudem fein, frisch und abwechslungsreich. Es ist nur so, dass wir den uns unbekannten Gemüsesorten auch eine Chance geben sollten. Stangensellerie, Pastinaken, Topinambur oder Pak Choy sind für mich wunderbare Neuentdeckungen. Sie können asiatisch oder mediterran zubereitet werden, in Kombination mit gefühlten 1.000 Sorten von Linsen, eingewickelt in Wraps, als Auflage von Quiche oder Pizza, oder in ganz neu entdeckten Bowls-Kreationen, Aufläufen und Eintöpfen.
Warum ich eigentlich dieses Plädoyer für saisonales Obst und Gemüse halte? Seit einigen Jahren bin ich Mitglied einer solidarischen Landwirtschaft, der SOLAWI-Isartal. Jede Woche darf ich eine Kiste mit frischem Gemüse in Empfang nehmen. Ein Pamphlet namens Knollenkurier informiert über das, was in der Kiste zu finden ist und bietet immer auch ein Rezept, um den Kisteninhalt zu verwerten.
Mein Verständnis vom Jahresverlauf hat sich damit geändert. Ich freue mich darauf, dass es jetzt Spargel und Tomaten gibt, und werde mich danach genauso über die Kirschen und das Sommergemüse freuen. Der letzte Sommer war übrigens so reich an (eigenen) Kirschpflaumen, dass ich sie eingeweckt habe und mich jetzt richtig beeilen muss, die Gläser noch rechtzeitig aufzubrauchen.
Bayerischer Saisonkalender des BUND Naturschutz: https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/essen-und-trinken/bayerischer-saisonkalender
Die lokale Gemüsekiste der SOLAWI Isartal: https://solawi-isartal.de/
(c) Foto: SOLAWI Isartal | Eva Weigell
© Beatrice Wagner