September: Ein Sommer der Rekorde

Der Sommer 2026: So viel Hitzetage, wie noch nie. So heiß wie noch nie. So trocken wie noch nie. Und, als ob das eine nichts mit dem anderen zu tun hätte: so viele Flugbewegungen wie noch nie. Laut dem Portal Flightradar24.com fanden am 6. Juli 2026 weltweit 134.400 kommerzielle Flüge statt, „so viele wie noch nie, seitdem das Portal 2006 begann, die globalen Flugaufzeichnungs-Daten auszuwerten“, schreibt das unabhängige Infoportal Infosperber aus der Schweiz.

Weder die spürbaren unmittelbaren Auswirkungen der Klimaerwärmung, noch die ständig steigenden Kerosinpreise können die Fluglust bremsen.

Leider vermisst man von offizieller Seite Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem CO₂-Ausstoß durch Flugzeuge und der Klimaerwärmung. Denn mit der Freiwilligkeit ist das so eine Sache. „Wenn alle fliegen, warum soll ausgerechnet ich verzichten?“, so heißt es oft in Diskussionen. Das heißt, wer sich freiwillig zurückhält, fühlt sich am Ende nicht verantwortungsvoll, sondern übervorteilt.  

Eine Alternative zur Freiwilligkeit: individuelle CO₂-Budgets. Das bedeutet, „dass jede Person eine bestimmte Menge an CO₂-Emissionsrechten zugeteilt erhält, die er oder sie für den persönlichen Konsum einsetzen kann“, erläutert der Ökonom und Physiker Sascha Nick von der Universität EPFL in Lausanne, Schweiz. Wie im Infosperber weiter zu lesen ist: „Bei jedem Einkauf, von Lebensmitteln über Kleider und Unterhaltungselektronik bis zur Ferienreise, würde die entsprechende CO₂-Menge dem jeweiligen CO₂-Budget belastet.“ Wer also Secondhand-Ware kauft, an Kleidertauschparties teilnimmt, Dinge zur Reparatur bringt, wenig oder kein Fleisch isst, und vor allem, wer sesshafter wird und weniger umherfliegt, greift sein Budget weniger stark an und kann sogar etwas fürs nächste Jahr ansparen. Denn innerhalb des Budgets kann jeder selbst entscheiden, wofür er es einsetzt.

Natürlich ist nicht nur der Einzelne verantwortlich, sondern auch die Gesellschaft und das Umfeld. Auf dem Land kann man schwerer auf sein Auto verzichten als in der Großstadt. Und trotzdem spricht nichts dagegen, dass jeder schon für sich damit beginnt, sein virtuelles CO₂-Konto zu schonen. Denn zum Argument des sich Übervorteilt-Fühlens würde ich das der persönlichen Verantwortung setzen. Diese verfällt nämlich nicht, nur weil alle anderen ringsherum sie nicht wahrnehmen.

© Beatrice Wagner

Bildquelle: Nick Herbold  / pixelio.de